Kornkreise

29.07.2016

 

 

Kornkreise:

 

 

Besonders bei UFO- und Alien-Gläubigen erfreuen sich Kornkreise einer großen Beliebtheit. Doch was sind Kornkreise genau? Ich zitiere dazu einmal Wikipedia:

 

„Kornkreise sind Bereiche eines Getreidefeldes, in denen die Kornhalme in einer regelmäßigen Weise umgeknickt, gebogen oder abgemäht worden sind. Die daraus gebildeten Kreise oder komplexeren Geoglyphen sind oft nur von erhöhter Stelle oder aus der Luft erkennbar."

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kornkreis

 

 

Seit vielen Jahren fragen sich die Menschen, was es damit auf sich hat. Für Alien-Gläubige ist klar: Es sind Botschaften von Aliens, denn so etwas Komplexes würden Menschen niemals hinbekommen. Wiederum andere Verschwörungsideologen behaupten, dass Kornkreise durch irgendwelche Energien entstehen (magnetische Anomalien). Ebenfalls behaupten manche, dass man kreisende Lichter über den Kornkreisen sieht und diese die teilweise komplexen Figuren entstehen lassen und so weiter und sofort. Hier mal ein paar Screenshots von den vielen Behauptungen der Verschwörungsideologen aus den verschiedensten UFO/Alien-Aluhut-Gruppen auf Facebook:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doch was ist nun genau dran an den Kornkreisen und können diese überhaupt durch Menschenhand entstehen? Blicken wir dazu mal auf ein Experiment aus dem Jahr 1992:

 

„Im Februar 1992 hatte der englische Pflanzenphysiologe Rupert Sheldrake - bei uns besser bekannt als Schöpfer der Hypothese von den morphogenetischen Feldern – eine Idee: Er wollte durch ein Experiment klären lassen, ob und unter welchen Bedingungen Kornkreise von Menschenhand gefertigt werden können. […]

 

In der Nacht vom 11. zum 12. Juli (einer Samstagnacht) startete das ungewöhnliche Experiment auf einem Weizenfeld in West Wycombe in der englischen Grafschaft Buckinghamshire bei London. Das Feld hatte der als exzentrisch bekannte Lord Dashwood zur Verfügung gestellt. […]

 

Sechzehn Teams hatten sich angemeldet, zwölf wurden schließlich akzeptiert. Jedes Team erhielt eine Parzelle in der Größe 22 mal 60 Meter zugewiesen, dazu eine genaue Skizze des Musters, welches ins Getreide geprägt werden sollte.

Außerdem erhielten die Teilnehmer eine detaillierte Aufstellung der Regeln: wie viele Punkte jede Tätigkeit brachte oder wie viele Punkte abgezogen wurden, wenn Fußspuren sichtbar waren oder bei der nächtlichen Arbeit Lichtsignale gesehen oder Geräusche gehört wurden. So wusste jeder, worauf es ankam.

Alles war perfekt organisiert. Um zum Beispiel die nächtliche Arbeit zu überwachen, waren 20 freiwillige Nachtwächter während der ganzen Zeit in den Parzellen unterwegs. Sie überprüften, ob die Bedingungen eingehalten wurden. Denn bisher hat man keinen einzigen Kornkreisfälscher je gesehen oder gehört. Und die Bedingungen des Wettbewerbs sollten so realistisch wie möglich sein.

Dann war es soweit: Als Rupert Sheldrake gegen 22.00 Uhr die Regeln verlas, hörten Dauerregen und Wind auf. […]

 

Die erste Überraschung: Obwohl in dem Feld (rund 66 mal 240 Meter) etwa 50 Menschen in unterschiedlichster Kleidung herumliefen, obwohl die Nacht relativ hell war und das Getreide nur kniehoch stand, waren die Wettbewerbsteilnehmer in kürzester Zeit verschwunden! […]

 

Die zweite Überraschung: Bis auf zwei Teams, die die ganze Angelegenheit nach eigenen Aussagen nicht ernst nahmen, wurden alle in der vorgegebenen Zeit (22.00 Uhr bis 3.30 Uhr) fertig – und hielten auch alle anderen aufgestellten Regeln ein.

 

Die dritte Überraschung: Die wenigsten Teilnehmer hatten vorher Kornkreise geübt. Die meisten hingegen waren in den Wettbewerb gegangen, ohne zu Hause Versuche vorgenommen zu haben.

 

Die vierte Überraschung: Die Ausrüstung der Teams war zum Großteil ausgesprochen primitiv. Eine Eisenstange zum Markieren des Kreismittelpunkts, ein paar Schnüre zum Abmessen des Kreises, ein Brett, eine Plastikfolie oder eine kleine Rolle zum Niedertreten des Getreides - das war's. Mehr war nicht nötig. Keiner der Teilnehmer hatte Laser oder Infrarotscheinwerfer dabei.

 

Die fünfte Überraschung: Der zweite Preis ging an einen Einzelteilnehmer. Der junge Amerikaner Jim Schnabel hätte ohne weiteres den ersten Preis gewinnen können, wäre er nicht aus Übermüdung während der Arbeit eingeschlafen. [...]“

 

Quelle: http://www.freenet.de/nachrichten/wissenschaft/kornkreise-raetsel-geloest_725012_4702462.html

 

 

Es lässt sich also schon mal erkennen, dass Kornkreise sehr wohl von Menschenhand gemacht sein können. Bedenkt man dazu, dass 1992 die technischen Möglichkeiten noch nicht so gegeben waren wie heute, sollte es eigentlich einleuchtend sein, dass auch komplexere Figuren möglich sind. Zudem haben sich auch schon verschiedene Gruppen von Circle-Makern zu den Kornkreisen bekannt, wie zum Beispiel diese hier: http://www.circlemakers.org/

 

Außerdem wurden auch schon Interviews von Circle-Makern gegeben in welchen sie erklären, wie und warum sie die Kornkreise machen. Unter anderem sogar auf Internetseiten, welche von vielen Verschwörungsideologen gerne verbreitet werden. Hier einmal ein Auszug aus so einem Interview (welches auch gleich mehrere Behauptungen der Verschwörungsideologen debunked):

 

,,Der Hollywoodstreifen »Signs« rückte die Kornkreise wieder ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Wenngleich auch in ein düsteres, denn die Horrorszenarien des Films entsprechen ganz und gar nicht der realen Kornkreisbegeisterung, die Jahr für Jahr Tausende zu den neuesten Kreisformationen pilgern und nach den Spuren ihrer Erschaffer forschen lässt. Als sich vor Jahren in England die beiden Rentner Doug und Dave als Kornkreismacher bekannten, brach für viele eine Welt zusammen: Dem Phänomen schien die Faszination entzogen. Andere wiederum stellten die Behauptungen der beiden Briten in Zweifel. Die Kornkreise selbst beeindruckte all dies nicht - sie entstehen munter weiter und erinnern uns alljährlich an die Frage: Menschenwerk oder was? ZeitGeist ermittelte im »Untergrund« der deutschen Kornkreisszene und bekam über einen Strohmann Kontakt zu drei »Fälschern«: Alex, Mole und Jo. Und sie waren bereit, sich erstmals einem Interview zu stellen. Unter einer Bedingung: Sowohl dem Vermittler, der das Gespräch führte, als auch den Machern selbst musste Anonymität zugesichert werden. Aus gutem Grund: Viele Landwirte haben wegen Landfriedensbruchs und Sachbeschädigung »Anzeige gegen Unbekannt« erstattet.

 

ZeitGeist: Sie behaupten, dass Sie maßgeblich am Entstehen zahlreicher Kornkreise in Deutschland beteiligt waren. Von 80-85 % der deutschen Formationen wollen Sie sogar wissen, wer sie erstellt hat. Wenn dies wirklich so ist, stellt sich natürlich die Frage, wer denn überhaupt die Fälscher sind - die Kornkreismacher oder diejenigen, die darin etwas Paranormales sehen?

 

Jo: Die Frage, ob eine Formation »echt« oder »falsch ist«, hängt ganz davon ab, was sich der Betrachter als Ursache erhofft. Vielleicht liegt genau darin das Phänomen ...

 

Alex: Tatsächlich könnte man die Verbohrten als Fälscher bezeichnen, da sie uns Künstlern die Fähigkeit des Kreismachens absprechen, ohne dass sie wissen, was ansonsten hinter dem Phänomen stecken könnte. In Deutschland gibt es so gut wie keinen Kornkreis, der nicht einem bestimmten Künstler zuzuordnen wäre. Die »Handschriften« sind meist auf Anhieb zu erkennen. In Zweifelsfällen fragt man in der Szene (der Macher, nicht der Forscher) nach und bekommt so den Urheber zu fassen.

 

ZeitGeist: Was motiviert Sie, Kornkreise zu erschaffen?

 

Jo: Kornkreiskünstler haben womöglich die gleiche Motivation wie ein Graffiti-Sprayer. Die Kreise im Korn sind aber in der Regel viel anmutiger. Und richten keinen bleibenden Schaden an.

 

Mole: Ich tue mich etwas schwer mit dem Graffiti-Vergleich. Bei der Sprayerei weiß doch jeder, dass Menschen die Urheber sind. Bei den Kornkreisen bleibt die Ungewissheit - es entsteht etwas Mystisches. Hoffnung und Glaube kommen ins Spiel.

 

Alex: Wenn man fanatische Kornkreisgläubige nach meiner Motivation befragt, bin ich ein Einsiedler, hässlich, sozial unverträglich, selbstherrlich, destruktiv, im Bunde mit dem Bösen. Ein Verbrecher, der sich am Elend anderer ergötzt. Tatsächlich ist mein Motiv schwierig zu beschreiben. Bei weitem nicht alle Kreise werden gefunden. Es ist also keine Selbstdarstellung. Ich genieße einfach das besondere Gefühl, mit der Landschaft zu verschmelzen. Es ist unglaublich, was man nachts alles sehen, hören und riechen kann. Das Ergebnis sehe ich meist erst auf einem Luftbild oder wenn ich selbst ein Flugzeug chartere. Stolz auf das Erreichte ist da auch nebensächlich. Nein, es ist wirklich die Natur, der Kick und der »Geheimbund« der Macher. [...]

 

ZeitGeist: Wie stehen Sie in diesem Kontext zum Vorwurf der Sachbeschädigung?

 

Alex: Erfahrene Künstler legen das Korn so, dass Kissen entstehen (angeblich ja ein Merkmal des Nicht-Menschenmachbaren), die von modernen Erntemaschinen aufgenommen werden können. Zudem wird in einer Formation so wenig Getreide wie möglich niedergelegt, um schnell wieder aus dem Feld verschwinden zu können. Jeder Windbruch verursacht mehr Schaden. Schäden entstehen da, wo Schaulustige stumpf durchs Feld stampfen, um ihre Messungen vorzunehmen. Immer mehr Landwirte nutzen auch die kommerziellen Möglichkeiten der Kornkreisszene - Eintrittsgeld, Parkgebühren, Andenkenverkauf, Würstchenbude, Getränkestand ...

 

Jo: Schlimmer finde ich den Schaden, den pseudowissenschaftliche Magazine und selbst ernannte Kornkreisforscher in der Psyche der wachsenden Gemeinde der Kornkreis-Gläubigen anrichten. Diese Wunden sitzen tief und heilen oft nie.

 

ZeitGeist: Planen Sie die Kreise eigentlich im Vorfeld? Ist für die Umsetzung im Kornfeld nicht aufwändige Technik nötig?

 

Alex: Nein, die Kreise werden mit einfachsten Mitteln erstellt. Auch für komplexe Formationen braucht es nicht mehr als »Stomper« (Fußbretter, mit denen das Korn niedergelegt wird), ein Stahlband und einen Laserpointer. Zusätzliche Technik ist im Feld zu umständlich. Die Meinung, dass Baumstämme oder Rasenwalzen genutzt werden, ist Quatsch. Die Schlepperei macht niemand mit, und die damit erzielten Ergebnisse sind zu ungenau.

 

Jo: Geplant werden die Kreise und die Machart mit einem handelsüblichen Grafikprogramm am Computer. Mehr wird nicht verraten. Leonardo da Vinci hat auch nicht alle Geheimnisse preisgegeben ...

 

Alex: In England wird anders gearbeitet - mit ausgiebigen Trainings und Trockenübungen der einzelnen Schritte - deshalb gibt es dort viel größere Piktogramme als bei uns.

 

ZeitGeist: Wie vermeiden Sie verräterische Fußspuren?

 

Jo: Ich vermeide sie erst gar nicht. Meine Spuren sind längs der Traktorenspuren zu sehen. Aber wer will die schon einem Außerirdischen zuschreiben? Schuhgröße 45 bei einem Alien? Undenkbar!

 

Alex: Außerdem lassen sich Spuren, die im Getreide verursacht werden, in die Formation integrieren. Oft sind sie bei Luftaufnahmen deutlich sichtbar, wenn man weiß, wonach man sucht.

 

ZeitGeist: Haben Sie keine Angst, bei Ihren nächtlichen Aktivitäten erwischt zu werden?

 

Alex: Nicht wirklich. Polizeistreifen oder gerade einem Auto entstiegene Jäger müssen sich erst an die Dunkelheit gewöhnen. Zeit genug, zu verschwinden. Zweimal bin ich überrascht worden, wurde jedoch nicht gesehen, da niemand nach mir Ausschau hielt. Wenn Sie nachts an einem Feld vorbeikommen, achten Sie ja auch nicht auf mögliche Unregelmäßigkeiten in mehr als 100 m Entfernung, oder?

 

Jo: Ab und zu werden Kornkreismacher zufällig entdeckt und in die Flucht geschlagen. So bleibt hie und da schon mal eine unfertige Formation im Feld liegen ... Angst bekam ich einmal aus ganz anderem Anlass: Ein aufgescheuchtes Wildschwein raste im Galopp knapp an mir vorbei. Annähernd Herzstillstand meinerseits!

 

ZeitGeist: Bis zu welcher Größe lässt sich denn ein Kornkreis-Piktogramm in einer Sommernacht fälschen, ohne dass die Aktion auffällt?

 

Mole: Fälschen? Wir fälschen nicht. Es gibt nur echte Kornkreise!

 

Jo: Annähernd beliebig. Je dichter die Kornkreisformation an einen Weg oder eine Straße gelegt wird, umso größer ist die Gefahr, von Passanten entdeckt zu werden. Es hängt auch davon ab, wie viele Leute daran beteiligt sind. Dauert es zu lange, und der Morgen dämmert, wird's richtig brenzlig! Alles in allem ist jedoch das Risiko, entdeckt zu werden, recht gering. Oder halten Sie an jedem Feld mit einem Nachtsichtgerät nach Kornkreismachern Ausschau?

 

Alex: Auch die Getreideart und der Reifegrad spielen eine Rolle: Je reifer das Getreide, umso leichter lässt es sich legen. Gerste lässt sich meist leichter bearbeiten als Weizen. Soweit ich weiß, hat keine Erstellung in Deutschland mehr als zweieinhalb Stunden gedauert, dazu gehören auch Formationen wie der neunzackige Stern bei Kassel, der immerhin knapp 100 m Durchmesser hatte.

 

ZeitGeist: Und wie erklären Sie sich dann die mehrfach gemessene, bis zu 300 % erhöhte Radioaktivität in den Kreisen?

 

Alex: 300 % Erhöhung gegenüber was? Womit gemessen? Verifiziert? Wiederholbar? Welche Strahlung überhaupt? Irgendwer misst einen Wert, der in keiner Beziehung steht und stellt eine nicht nachprüfbare Behauptung auf. Gibt es Kontrollmessungen in anderen Feldern? »Mehrfach gemessen« oder einmal behauptet und oft kolportiert?

 

Jo: Bei mir zu Hause ist auch 300 % erhöhte Radioaktivität. In der Küche sicher noch mehr. Alles Quatsch! Wer in meinen Kornkreisen erhöhte Radioaktivität misst, hat es so gewollt. Bitteschön!

 

ZeitGeist: Nun gut, und wie verhält es mit der viel zitierten Deformierung von Halmen (»bent but not broken«) oder den erweiterten Zellknoten im Kreisinnern, die alle Indizien für eine kurzfristige starke Erhitzung der Pflanzen sein sollen?

 

Mole: Seit 1991 gibt es in der Kornkreisszene und außerhalb Berichte, u. a. Forschungs- und Diplomarbeiten in agrartechnischen Fakultäten deutscher Hochschulen, die stets zum gleichen Ergebnis kommen: Die genannten Veränderungen sind nicht künstliche, sondern natürliche Auswirkungen der Wechselwirkung zwischen Erdanziehung und dem Drang der Pflanzen, zum Licht zu wachsen, dem Phototropismus und Gravitropismus. Ähnliche Veränderungen finden sich in Windbrüchen. Das mussten sich auch die wahren Kornkreisgläubigen eingestehen, um dann logisch zu schließen, Windbrüche müssten auch eine Art Kornkreis, ein übernatürliches Phänomen sein. Muss man das noch kommentieren?

 

Jo: Viele Halme bei meinen Kreisen sind natürlich gebrochen oder angeknackst. Klar, da gibt es auch Halme, die gebogen werden, sich im Erdreich an den Wurzeln abwinkeln, wieder aufrichten und weiterreifen. Die müssen dann dafür herhalten, dass E.T. am Werke war. Gleiches gilt auch für scheinbar beobachtete elektromagnetische Phänomene. Vielleicht sind sie es ja, die die Menschen wie magisch in den Acker ziehen ... (schmunzelt)

 

ZeitGeist: Wie können Sie beweisen, dass Sie tatsächlich die Urheber der Kreise sind?

 

Jo: Gar nicht. Warum sollte ich das auch? Musste Picasso beweisen, dass er seine Bilder gemalt hat?

 

Alex: Wenn ich einen so genannten Kornkreisfachmann zu einer Kreisanlegung mitnähme, würde er behaupten, der Kreis sei viel schlechter als ein »echter«. Der »Stern-tv«-Kreis in diesem Jahr (siehe auch Kasten) wurde im Internet und in Zeitungen als der beste echte deutsche Kreis aller Zeiten bezeichnet. Als herauskam, dass es sich um einen menschengemachten Kreis handelte, wollte jeder schon immer gewusst haben, dass so ein schlechter Kreis nicht echt sein kann.

 

Mole: Übrigens: Die meisten Kornkreise entstehen über das Wochenende. Sehr seltsam ... (zwinkert)

 

ZeitGeist: Kennen sich die »Kornkreiskünstler« untereinander? Wie viele gibt es?

 

Alex: In Deutschland habe ich mit einem Dutzend aktiver Macher zu tun, kenne aber nicht alle persönlich. Die Dunkelziffer ist ungefähr doppelt so hoch. Hinzu kommen sporadisch Aktive, die als Helfer von den Künstlern eingesetzt werden.

 

Mole: In England sind es 30 oder 40 - der harte Kern besteht aus rund 20 Personen. Nicht gerechnet die Spontanaktionen, die tatsächlich aus einer Bierlaune heraus entstehen.

 

ZeitGeist: Wie viel Zeit wenden Sie persönlich für Ihr ungewöhnliches »Hobby« auf?

 

Alex: Pro Jahr bis zu zehn Nächte für das Machen, vier bis fünf Wochenenden fürs Anschauen und eine Reise nach England alle zwei bis drei Jahre. Jedes Jahr warte ich fieberhaft auf die erste Aktion.

 

Mole: Es ist wie eine Sucht! Drei bis vier Wochenenden im Sommer gehen dafür drauf. Einige Stunden der Vorbereitung. Wenn die Halme sprießen, steigt auch bei mir die Nervosität.

 

Jo: Etwa zwei Tage am Computer und vier Nächte im Feld. Manchmal sogar mehr. Mal ganz abgesehen von den Stunden im Internet, um meine Werke zu begutachten.

 

ZeitGeist: Das müssen Sie ja sicher Ihrem Umfeld verheimlichen ...

 

Alex: Nein, ich stehe dazu, Freunde, Verwandte und auch Arbeitskollegen wissen davon und sind wie ich von der Ästhetik der Kreise begeistert.

 

Jo: Viele ahnen es, wenige wissen es. Die es wissen, finden es fast immer witzig. Wer mich fragt, bekommt eine klare Antwort. Meistens ...

 

Mole: Nahezu alle aus meinem Bekanntenkreis sind inzwischen eingeweiht. Oft höre ich die Frage: »Darf ich nachts mal mitgehen?«

 

ZeitGeist: Halten Sie es für möglich, dass es neben dem Menschenwerk noch ein »echtes« Kornkreisphänomen gibt?

 

Alex: Seit über zehn Jahren bin ich nun in der Szene aktiv. Bis heute habe ich kein Indiz dafür entdecken können. Über Kornkreise, die ich angelegt hatte, meinten »Experten«, sie seien perfekt im goldenen Schnitt, stimmten mit Zahlen des platonischen Jahres überein, während der Entstehung sollen sogar Lichter gesehen worden sein. Ich weiß von alledem nichts. Wie soll ich da an ein Phänomen glauben?

 

Jo: Ich bin fest davon überzeugt, dass es tatsächlich Phänomene gibt, die auf eine Klärung warten. Die Kornkreise sind es allerdings nicht. Die sind ausschließlich Kunst. Versprochen!

 

Mole: Uns geht es nicht darum, die Kornkreisbewegung zu zerstören. Im Gegenteil, wir steuern ja das Unsrige zu ihrem Erhalt bei. Faszinierend ist, was sich in den Köpfen der Betrachter abspielt. Selbst in meinem Wurstwecken kann ich »heilige geometrische Beziehungen« entdecken, wenn ich danach suche. Nicht die Kornkreise sind das eigentliche Phänomen, sondern die Interaktionen der Betrachter mit dem Kreis.

 

ZeitGeist: Vielen Dank für diese ungewöhnlichen Eindrücke aus der Kornkreisszene. Ob wir Ihnen wohl weiterhin viel Erfolg wünschen dürfen ...?"

 

 

Quelle: http://www.kornkreise.de/spezial_interview.htm

 

 

Solche Interviews werden leider von den Verschwörungsideologen in der Regel ignoriert, weil es zu sehr ihren Glauben zerstört.

 

Als „Beweis“, dass Kornkreise von irgendwelchen außerirdischen (oder anderen) Wesen gemacht sind, wird auch gerne mal dieses Video herangezogen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: YouTube

 

 

Jedoch lässt sich auch dies ganz einfach erklären:

 

 

,,Olivers Castle Video - Update 1997

 

Auszüge aus Peter Sørensens ,,The Case of the Disappearing Cameraman"

 

Übersetzt und zusammengefaßt von Ulrike Kutzer [...]

 

Hier nun kommt der bedeutende technische Kniff beim Video. den man verstehen muß. um zu erkennen. warum das Olivers Castle Video ein Schwindel ist: Die elektronischen Frames sind jeweils zusammengesetzt aus 2 Halbbildern, die die ungeradzahligen und geradzahligen Linien ergeben, aus denen sich jedes TV-Bild aufbaut. Alle ungeradzahligen Linien (erstes Halbbild) werden zuerst aufgebaut, dann die geradzahligen (zweites Halbbild). Diese Halbbilder werden nacheinander aufgenommen und abgespielt und liegen beim britischen PAL-System (das 25 Frames/Sekunde abspielt) um 1/50 Sekunde auseinander. Jedes Halbbild zeigt die gesamte Szene zu einer geringfügig anderen Zeit. Es handelt sich effektiv um ZWEI SEPARATE FRAMES, in sich abgeschlossen, nur, daß man sie nicht getrennt betrachten kann, wenn man den Videorecorder auf PAUSE stellt.

 

Stoppt man einen Filmprojektor, erhält man ein einzelnes Standbild, aber ein Frame eines Videos ist aus 2 Bildern zusammengesetzt - den Halbbildern -, einen Moment voneinander getrennt festgehalten. Findet bedeutsame Bewegung während dieser 1/50 Sekunde statt, erkennt man einen Flimmer-Effekt, der durch die beiden unterschiedlichen Halbbilder verursacht wird. Versuchen Sie die PAUSE-Taste bei einem Fußball im Flug oder irgend etwas anderem sich schnell Bewegenden zu drücken, dann werden Sie sehen, was ich meine.

 

Die Lichtkugeln auf dem Originalvideo zeigen trotz ihrer offensichtlichen Geschwindigkeit von l60km/h solch ein Flimmern nicht, wenn das Band auf 'Pause' steht. Dies kann NICHT der Fall sein, wenn sie mit einer Videokamera aufgenommen wurden. Nur eine Kino-Kamera könnte identische Film-Frame Paare ohne Bewegung zueinander aufnehmen. Dies ist keine Frage der persönlichen Meinung, dies ist eine Tatsache. Video Frames haben zwei Halbbilder. Die Lichter müßten sich zwischen jedem Halbbild bewegen. Aber sie tun es nicht!

 

Aber ein Computer Animationssystem kann genau dieses Ergebnis hervorbringen. Tatsächlich haben die besten Computersysteme die Möglichkeit, Bewegung oder keine Bewegung zwischen den Halbbildern darzustellen. Aber es dauert für den Computer beträchtlich Iänger, Bewegung zwischen den Halbbildern wiederzugeben. Es dauert ebenfalls länger, das Objekt verwischt und verlängert darzustellen. Und Zeit war ein wichtiger Faktor, denn Wheyleigh mußte das Band in dieser Nacht im Barge zeigen.

 

Stellen Sie sich vor (auf die Gefahr hin, die Sache unnötig breitzutreten), wenn wir es statt mit einem Video mit einem herkömmlichen Kinofilm zu tun hätten, wo sich die Lichter über 2 Frames hin nicht bewegen, dann auf eine andere Position springen würden, wo sie 2 Frames lang still stehen blieben, bevor sie wieder weitersprängen, usw. Jeder würde sofort sehen, daß irgendetwas ganz und gar nicht stimmt. Genau das gleiche ist faul mit dem Olivers Castle Band, außer daß die Abnormität in den beiden Halbbildern jedes Videoframes versteckt ist. Wenn ich das Band nur ins Licht halten und Ihnen die bewegungslosen Halbbilder zeigen könnte! Es ist unleugbare Realität, daß die Lichter sich über 2 Halbbilder hin nicht bewegen.

 

...

 

Peter Sørensen geht im Weiteren auf spezielle Übertragungsprobleme des PAL- Systems, auf das amerikanische TV-System ein und weist unter der Überschrift DER LETZTE NAGEL IM SARG Argumente der Pro-Verfechter zurück, Wheyleighs Kamera könnte ein spezielles Modell sein, mit der die Halbbilder identisch, also ohne Bewegung zwischen ihnen, aufgenommen werden könnten.

 

Peter Sørensen sieht hingegen die Hauptschwierigkeit der Video-Produzenten darin, den Eindruck hervorzurufen, die Kamera sei von Hand gehalten worden und habe in charakteristischer Weise gewackelt. Sørensen bietet für dieses Problem folgende Lösung an:

 

...

 

Ich wette die Originalsequenz wurde ganz und gar nicht von Hand gehalten - sie wurde mit einem Stativ unverwackelt aufgenommen. Diese felsenfest stehende Originalaufnahme wurde in das Computer Animationssystem eingespeist, wo die animierten Lichter und die materialisierende Kornformation einfach überblendet werden konnte. Als alle Effekte fertiggestellt waren, wurde die vielfach überlagerte Sequenz digital vergrößert, so daß etwa 10% des Bildes über den Rahmen hinauslief. Schließlich wurde die verbleibende sichtbare Bildfläche so programmiert, daß sie innerhalb der erweiterten Fläche hin- und herwackelte - und, siehe da, alles sieht so aus, als wäre es Freihand aufgenommen. Nicht im entferntesten wären dazu das Geschick und die technischen Hilfsmittel eines George Lucas oder eines Steven Spielberg nötig, wie dies einige Verfechter behaupten.

 

...

 

Nach Sørensens Ansicht läßt sich durch diesen Trick auch erklären, warum der Kameramann nicht den Lichtern folgte. Alle anderen Effekte, wie das Erzeugen der Lichter und deren Flugbahn, die unterschiedliche Leuchtkraft der Lichter, der Flug der Lichter durch die Hecken und schließlich das Einblenden der Kreisformation selbst, sind nach Sørensen relativ einfach herstellbar. Er weist im Gegenteil auf einige Unterlassungen hin, die die Sequenz noch eindrucksvoller und glaubwürdiger hätten erscheinen lassen, aber seiner Meinung nach aus Zeitgründen nicht durchgeführt wurden.

 

Unter der Überschrift JIM DILETTOSO geht Sørensen auch auf dessen Analyse ein und den Umstand, daß Dilettoso das Video für echt hält, weil seiner Meinung nach 'digitale Fingerabdrücke' der Manipulationen hätten gefunden werden müssen, wäre das Videomaterial ein Betrug. Anders als Dilettoso ist S&oslah;rensen davon überzeugt, dag die Antwort darauf in einer 'Low Tech '-Lösung gefunden werden kann.

 

In seinem ZEITPLAN DES BETRUGS bietet er folgenden chronologischen Ablauf an:

 

...

 

05.00 Uhr: Die Kornformation wird aufgenommen

08.00 Uhr: Ankunft im Studio (Entfernung etwa bis Bristol)

09.00 Uhr: Videoaufnahme wird digitalisiert und editiert

10.00 Uhr: Experimentieren mit Farbe und Form

10.00 Uhr: Kreation der Lichtpfade

11.00 Uhr: Die Kornformation erscheint

15.00 Uhr: Digitale Malarbeit für den Effekt der durch die Hecke gleitenden Lichter

16.00 Uhr: Der Kamera-Wackel-Effekt wird hinzugefügt

17.00 Uhr: Digitale Bearbeitungshinweise werden aus dem Videosignal entfernt

18.00 Uhr. Die Arbeit ist getan..."

 

 

Quelle: http://archiv.fgk.org/Report/ocvideo.html

 

 

Ein ganz klarer Fake also. Interessant für alle, die eisern an die Alien-Theorie glauben, dürfte dieses Video sein:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: YouTube

 

 

Es ist also gar nicht mal so kompliziert (wenn man sicher länger mit der Materie befasst). Selbst die kuriosesten Kornkreise sind vom Menschen gemacht.

 

Ich zitere zudem aus einem Focus-Artikel:

 

„Richard Taylor von der University of Oregon glaubt, dass dahinter moderne Technik steckt. Über seine Theorie berichtet er in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Physics World“.

Eine mathematische Analyse zeige, dass für die Konstruktion der Figuren für das Auge nicht sichtbare Hilfslinien verwendet wurden, so Taylor. Die „Künstler“ arbieten wahrscheinlich mit GPS, Laser und Mikrowellen – und nicht wie früher mit Seilen, Holzplanken sowie Barhockern, um das Feld überblicken zu können.

 

Die Mikrowellen, so vermutet Taylor, könnten dazu genutzt werden, die Halme umzuknicken und sie in einer horizontalen Position abkühlen zu lassen. Diese Technik könnten die Effizienz und Schnelligkeit erklären, genau wie die unglaubliche Präzision der Arbeit. Eine 12-Volt-Batterie und ein Magnetron aus einer gewöhnlichen Mikrowelle würden dazu ausreichen.“

 

Quelle: http://www.focus.de/wissen/mensch/tid-23210/kunst-im-kornfeld-neue-erklaerungen-fuer-kornkreise_aid_652411.html

 

 

Auf die Frage, was Landwirte oder Farmer davon halten, sei gesagt, dass diese sicherlich nicht unglücklich sind. Ein Farmer aus der Ortschaft Wiltshire meint z.B.: „Die Kreise sind eine große Touristenattraktion, Busausflüge tägliche Hubschrauber Touren dazu T-Shirts, Bücher und andere Kleinigkeiten. ... 1996 erschien ein Kreis in der Nähe von Stonehenge und die Bauern bauten einen Stand auf und nahmen eine Gebühr. Es wurden 30,000 Pfund (47,000 US-Dollar) in vier Wochen eingesammelt.“ Der Wert der Pflanzen, hätte er sie geerntet, hätten wahrscheinlich etwa 150 Pfund (235 €) eingebracht.

 

Quelle: http://legends-global.blogspot.de/2011/10/eine-nachricht-von-auerirdischen-auf.html

 

 

Man sieht also: Kornkreise bringen den Landwirten auch Geld ein. Einen Pakt mit Aliens werden sie aber wohl kaum haben. ;)

 

Hier noch einige wirklich wunderschöne Kornkreise ... auch von Menschen gemacht.

 

Fazit: Es gibt keine Beweise, dass Kornkreise von Aliens (oder so) gemacht wurden, jedoch gibt es massig Beweise, dass sie eben doch von Menschenhand entstanden sind.

 

 

 

geschrieben von: Kai Wittschier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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